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DREI-D-DRUCK

Jeder weiß, dass man mit einem Drucker auf Papier drucken kann.

Aber kann man ein Gebäude drucken?


Das computergestützte Bauverfahren erobert seit längerem den Markt, ohne dass vielleicht der eine oder andere etwas davon mitbekommen hat.

Das Verfahren hat seinen Ursprung in der Vorfertigung von Bauteilen. Hierbei wird einem Portalroboter, größer als das zu druckende Gebäude, ein schnell härtender Spezialbeton und normaler Beton zugeführt.

So entstand kürzlich ein Rechenzentrum in Heidelberg, das Schicht um Schicht aufgetragen wurde:

Foto: Rechenzentrum Heidelberg, Kraus-Gruppe Heidelberg

53 m lang

11 m breit

9 m hoch

Begonnen und fertiggestellt wurde im April

- reine Druckzeit etwa 140 Stunden.

Das Prinzip erinnert an die Facharbeit eines Konditors!


Eine Alternative zur "Betontinte" ist die Beschickung des 3D-Druckers mit Lehm. Der Naturbaustoff hat viele Vorteile:

Günstig

gut verfügbar

recyclingfähig

angenehmes Raumklima


Das italienische Unternehmen World’s Advanced Saving Project (kurz WASP) druckte in der Lombardei ein kleines Rundhaus mit nur 30 qm Grundfläche als Prototyp.

Radius 7 m

Höhe 12 m


Foto: WASP / Tecla/ Mario Cucinella Architects

Zwischen der Innen- und Außenschale der Außenwände wurde eine Gitterstruktur zur Stabilisierung gedruckt. Diese sorgt zusätzlich eine bessere Belüftung und bietet Raum für den hier eingefüllten Reisstroh und Reishülsen, die in Italien beim Reisanbau übrigbleiben. In nur 10 Tagen war das kleine Gebäude fertig - reine Druckzeit etwa 100 Stunden. Die Kosten für den verwendeten Lehm liegen unter 1.000 €.


WASP baute auch ein weiteres Gebäude, die Tecla- Kuppelhäuser, die an Wespennester erinnern:

Radius 3,30 m

Höhe 3 m


Die Möglichkeit mit Holz in 3D zu drucken, gibt es derzeit nur für den Innenausbau: Hierzu wird der 3D-Drucker mit einer Mischung von Sägemehl, Holzresten, Holzkleber und Wasser beschickt, um Objekte mit dem realistischen Aussehen von Holz zu drucken. Die holzbasierten Zellulosefasern zusammen mit dem Biokunststoff stabilisieren den 3D-Druckprozess und sorgen für eine zuverlässige Leistung des Materials beim Drucken. Eine holzähnliche Haptik ist aufgrund der Zusammensetzung und hoher Abbildungsgenauigkeit garantiert.


Was hat das mit Brandschutz zu tun?

Das 3D-Druckverfahren mit "Betontinte" ist ein monolithisches Erschaffungsverfahren und bietet somit in seinen Eigenschaften als nichtbrennbarer Baustoff hervorragende Einsatzmöglichkeiten in Brandschutz, die Außenwände, die Trennwände und die konstruktiven Bauteile betreffen. Für den Baustoff Lehm kann man ähnliches sagen, da auch dieser Baustoff auch nicht brennbar ist.


Mit diesen Voraussetzungen ist der 3D-Druck meiner bescheidenen Meinung nach ganz hervorragend für Schulgebäude und Kitagebäude geeignet. Das was wir in Berlin gerade dringend benötigen.


Die enggestecken Timeslots in den Schulferienzeiten wären nun für einen Baubeginn mit Baufertigstellung machbar. Darüber hinaus wäre den Architekten eine grenzenlose Kreativität in der Gebäudehülle gegeben: "Think outside the box".

Die Architektur kann somit so freigestaltet werden, wie der Geist der Zukunft und der Kinder sich bewegen soll. Form follows Funktion in einer ganz neuen Auslegung.

Ich finde es großartig!






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