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Elektromobilität: Brandschutz in Tiefgaragen

E-Autos erobern die Welt. Doch wie sicher sind sie, wenn es um die Brandgefahr in Tiefgaragen geht?

Parkplatz für Elektro-Auto in Tiefgarage
Elektromobilität in Tiefgaragen (Bildnachweis: wix.com)

Die Debatte um das Verbot von Verbrennungsmotoren scheidet die Geister. Politiker diskutieren, ob ab 2035 das Auto nur als mindestens Elektrovariante betrieben werden darf.


In der Zwischenzeit haben Autofahrerinnen und Autofahrer sich schon entschieden: Zum ersten April 2022 waren in Deutschland 687.200 Elektroautos und Plug-In-Hybrid-Pkw angemeldet. Allein im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl damit mehr als verdoppelt. Das E-Auto hat seinen Siegeszug angetreten.

Mit wachsender Zahl an E-Autos ist der Vorteil der futuristischen Gefährte nicht zu übersehen: weniger Lärm und weniger Abgase machen die Straßen zu einem angenehmeren Ort.


Die Tendenz ist auch den Verfassern der EU-Gebäuderichtlinie nicht entgangen. Laut dieser sollen bis 2050 alle Gebäude CO2-neutral werden. Mit einem Auge auf diese Vorgaben ist in Deutschland im März 2021 das „Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz“ (GEIG) in Kraft getreten.


Mehr Ladestationen für E-Autos – auch in Tiefgaragen?

Bei Neubauten und Sanierungsobjekten wird eine Mindestanzahl an Stellplätzen vorgeschrieben, für die E-Ladestationen installiert werden müssen. 30 Prozent der Plätze sollen es nach konservativer Rechnung sein, wobei es sich hier um Daten aus 2015 handelt.


In Ballungszentren und Innenstädten heißt es auf unterirdische Stellplätze auszuweichen. Somit werden nicht nur die Stellplätze, sondern auch das Thema der Lademöglichkeiten für E-Autos in der Tiefgarage verlagert. Dem abwehrende Brandschutz ist dies ein Dorn im Auge. Denn der Brand eines Elektroautos ist schwer zu löschen. Grund dafür ist die schwer zugängliche und knifflig verbaute Batterie sowie die Kettenreaktion (Thermal Runaway) von einer Batteriezelle auf die nächste.


Wer's kennt, dem fällt jetzt das Fliewatüüt von Boy Lornsen ein, der Robbie und Tobbi in dem kirschsaftmotorisierten Fliewatüüt fliegen ließ. Der Antrieb saß hier übrigens auf dem Dach! Hmm, da könnte man doch die Batterie... auf das Dach... nur so ein Gedanke.


Beim Thermal Runaway steigt die Temperatur innerhalb von Millisekunden extrem an und die im Akku gespeicherte Energie wird schlagartig freigesetzt. Temperaturen von ca. 400°C entstehen und der Stoff wechselt seinen Aggregatzustand gasförmig. Es kommt zum Brand.

Das Risiko einer solchen Kettenreaktion beginnt schon ab ca. 60°C . Ab wann sich die Batterie selbstentzündet hängt von den äußeren Faktoren ab.


Die Angst vor dem Neuem?

Die Brandgefahr, die von E-Autos ausgeht, entspricht etwa der von konventionellen Fahrzeugen. So brennen Autos mit Verbrennungsmotoren ebenso oft wie Elektroautos.

Derzeit gibt es keine allgemeingültigen oder bauordnungsrechtlichen Vorschriften speziell für den Brandschutz in Tiefgaragen. Daher sollte eine objektbezogene und schutzzielorientierte brandschutztechnische Stellungnahme oder ein ganzheitliches Brandschutzkonzept Klarheit darüber geben, welche Brandlast in eine Tiefgarage eingebracht wird, wie die Zugänglichkeit der Feuerwehr sichergestellt wird und wie im Havariefall gelöscht werden soll. Nur so kann der Brandschutz auch nachhaltig sein.

Nachhaltiger Brandschutz bedeutet aber auch dem Neuen und Klimagerechterem eine Chance zu geben, vorausschauend mitzudenken und lösungsorientiert neue Wege zu begleiten.


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